Die Frage, ob es einen Gott oder Götter gibt, ist eigentlich eine Erfindung der Aufklärung. Von den Naturvölkern angefangen über alle große Kulturen der Welt ist religiöses Leben in seinen vielfältigen Ausformungen selbstverständlich. Erst in der Neuzeit begann man Gott in Frage zu stellen, als man den Menschen in den Mittelpunkt stellte. Typisch sind dafür Szenen in der französischen Revolution, als man ein Weib als "Göttin Vernunft" auf dem Altar einer Kirche inthronisierte. Plötzlich steht der Mensch in der Mitte und alles hat sich nach ihm zu richten.
Was soll ein Gott, der un-begreiflich ist. Der Mensch ist begreiflich. Und so ver-greifen sich oft Menschen im Umgang miteinander. So schiebt man Gott ab, man braucht ihn nicht mehr. dann sind wir Gott los und wahrhaft gottlos. Der Mensch wir zu seinem eigenen Gott. Seine Freiheit ist Grenzen los, So werden die Menschen auch einander gegenüber rücksichtslos, weil sie auch die Rücksicht los sind.
Wohin das führt? Schaut euch unsere Welt an! Krieg und Terror herrschen, Unterdrückung und Rücksichtslosigkeit bestimmen das Miteinander. Die geforderte Gleichheit aller führt zu Verachtung und das Vorherrschen des Ego.
Da ist mir schon das Leben mit einem Gott lieber, der dem Menschen die Freiheit gibt, sich seine Ordnung anzueignen und so in einem Frieden zu leben, den kein Mensch uns geben kann. Er ist ein Gott, der mit uns Menschen freundschaftlich umgeht - man vergleiche die Erzählung von Paradies -, nur müssen manche ihr Bild von Gott neu finden, das Bild von Gott, der den Menschen liebt.
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Kommentare
Gut, dass der Gedanke der Gottlosigkeit aufgegriffen wird. Danke
Der Egoismus führt in die Enge des eigenen Ich. Er macht uns zu Sklaven der eigenen Wünsche.