Osterglocke 1945 im Zweiten Weltkrieg

 

Es war der Ostersonntag 1945. Schon am Vormittag heulten die Sirenen: Fliegeralarm! Also auf mit Kindern und Gepäck und so schnell wie möglich in den Luftschutzkeller! Und dann warten, warten bis die Entwarnung kam.

Ich erinnere mich, wie wir endlich an der frischen Luft waren und den Hauptplatz des Marktes Perg erreichten. Hoch vom Turm läutete die große Glocke (nach dem Ersten Weltkrieg 1923 als Stahlglocke gegossen). Es war zwölf Uhr. Die Glocke rief zum Gebet: Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft ... Es waren heute keine Schäden durch Bomben zu beklagen. Irgend etwas Feierliches lag in der Luft. Trotz der Not und der Ängste in den letzten Kriegstagen kündete für uns, auch für uns Kinder, die Angelusglocke etwas Friedenshoffnung. Auch wenn ich all das nicht verstand: Es wird eine andere Zeit kommen. War es die Hoffnung, die zu Ostern mit der Auferstehung des Herrn verkündet wird? Mit der späteren Erinnerung ist es für mich unbewusst wohl so gewesen.

Große Glocke der Stadtpfarrkirche Perg