Als Seelsorger habe ich vor Jahren eine Jungschargruppe auf ein Ferienlager begleitet. Für die Küche besorgten wir Brot, Milch und Eier bei dem Bergbauern, der die Jungscharalm betreute. So machten wir uns an einem Abend auf, um notwendige Lebensmittel zu holen.

Wir trafen die Bäuerin in der Stube an, als sie zwei Häufchen Mehl im Trog mit dem Kreuz bezeichnete, das Wasser hinzufügte und dann mit beiden Händen den Teig im Holztrog knetete. Sie wollte am nächsten Tag Brot backen.

Wir setzten uns und beobachteten sie bis sie mit der Zubereitung des Teiges fertig war. Es hatte etwas Feierliches an sich, wie bei einem Gottesdienst, wie sie den Teig behandelte. Als alles so weit war, nahm sie den Topf mit dem Sauerteig, der vom Teig des letzten Backens zur Seite gestellt worden war und der in der Zeit seit damals zu Sauerteig geworden war. Langsam mischte sie den Sauerteig unter den frischen Teig und knetete ihn ruhig und gelassen durch bis alles miteinander gut vermischt war. Es wurde nicht viel gesprochen.

Endlich war der Teig fertig. Die Bäuerin nahm etwas vom frischen Teig und gab ihn in den Sauerteigtopf, den sie zur Seite stellte um ihn aufzubewaren. Zuletzt machte sie mit der Mehlschüssel dreimal das Kreuz in den Teig und deckte ihn mit Tücher ab. Nun konnte der Tag über Nacht durchsäuert werden. Und am nächsten Tag sollte er zu Brot gebacken werden. Dann reinigte sie ihre Hände und hat sie sich uns zugewandt, um uns Brot, Butter, Milch und Eier zu geben. Und wir waren dankbar für das Zeugnis der Ehrfurcht vor dem Brot als Gottesgabe, das sie uns gegeben hat.

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