"Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt, ohne den Leib zu unterscheiden, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt." (1 Kor 11,26-29)
Der in der Ostkirche als Heiliger verehrter Nikolaos Kabasilias (1319 - 1391) was Theologe und Jurist in Konstatinopel. von ihm stammt folgendes Zitat:
"Die Eucharistie ist die Kirche, und die Kirche ist die Eucharistie."
Eucharistie ist "Danksagung". Die Kirche feiert die Eucharistie als ihr großes Geheimnis des Glaubens, in dem in ihr des Todes und der Auferstehung Jesu gedacht wird. In dieser Feier ist Christus selbst gegenwärtig in der am Ort feiernden Versammlung, im Wort Gottes, das verkündet wird, in den Gaben von Brot und Wein, die im Eucharistischen Hochgebet durch den Heiligen Geist der Leib und das Blut Jesu Christi werden und das die Gläubigen empfangen, aber auch in der Person des Bischofs oder Priesters, der der Versammlung vorsteht.
Wie aber kommt Nikolaos Kabasilias dazu, die Kirche als Eucharistie bzw. die Eucharistie als Kirche zu bezeichnen? Das wird vielleicht deutlich, wenn wir bedenken, dass das Zweite Vatikanische Konzil betont, daass überall dort, wo die Eucharistie gefeiert wird, in dieser Feier die ganze Kirche gegenwärtig ist. Die Feier ist nicht einfach eine Wiederholung oder Darstellung des Letzten Abendmahles, das Jesus mit seinen Jüngern gefeiert hat. In ihr ist der auferstandene Herr hier und jetzt gegenwärtig, nicht nur symbolisch, sondern wirklich, aber in einer Weise, die unser Begreifen übersteigt. Wenn aber die Kirche - auch hier am Ort der Versammlung -, ist diese Feier selbst die große Danksagung - eben "Eucharistie" -, die sie Gott für das Heilswirken in Jesus Christus darbringt, getragen durch den Heiligen Geist.
Darum ist die Eucharistiefeier das Lebenssakrament der Gläubigen, die in Taufe und Firmung wiedergeboren sind. Darum soll sie am Tag des Herrn, dem ersten Wochentag als Tag der Auferstehung, also am Sonntag, in der heiligen Versammlung gefeiert werden. Dabei ist sie nicht nur eine Feier der am Ort Versammelten; in ihr ist die ganze Kirche gegenwärtig, jene, die noch unterwegs sind - darum auch die Nennung des Papstes und des Bischofs - sondern auch der Heiligen und der verstorbenen Gläubigen. Daher kann diese Feier nicht ersetzt werden, auch dann nicht, wenn wegen des Fehlens eines Priesters die Gläubigen zu einem Gebets- und Verkündigungsgottesdienst zusammenkommen.
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Kommentare
Es wäre schön, wenn auch in der Verkündigung der Gottesdienste selbst öfter darauf eingegangen würde.